Der Lyrikwettbewerb um den Leonce-und-Lena-Preis und die Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise

am 17. und 18. März 2017 in der Centralstation Darmstadt

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt lädt junge Autorinnen und Autoren ein, sich zur Teilnahme am Literarischen März 2017 zu bewerben.

Bewerben können sich deutschsprachige Autorinnen und Autoren, die nicht vor 1981 geboren sind.

Jochen Partsch 2016

Willkommen auf der Website des Literarischen März’, willkommen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt

„Mein Leben gähnt mich an wie ein großer weißer Bogen Papier, den ich vollschreiben soll, aber ich bringe keinen Buchstaben heraus.“ Dieses Zitat stammt nicht etwa von einer angehenden Lyrikerin oder einem angehenden Lyriker, sondern es ist Georg Büchners Stück „Leonce und Lena“ entnommen. Nach diesem hintergründigen Lustspiel unseres großen Darmstädter Dichters, haben wir den inzwischen renommiertesten deutschen Lyrikpreis benannt.

Wer Georg Büchner kennt, weiß wie nah seine schöne, klare und vieldeutige Sprache an der Lyrik liegt. Nicht selten erscheinen seine Sätze wie Gedichten entnommen. Unter welch schwierigen Bedingungen der hochpolitische Büchner arbeiten musste, ist heute kaum vorstellbar. Zensur war noch das Geringste in einer Zeit, in der die kleinste Missbilligung der Obrigkeit mit drastischen Strafen geahndet wurde. Wer hier schrieb, der musste seine Kritik gut verschlüsseln, um nicht sofort in den Kerker zu wandern. So ist auch Büchners scheinbar nettes Lustspiel, nach dem der „Leonce-und-Lena-Preis“ benannt wurde, in Wirklichkeit eine Polit-Satire.

Wie gut, dass wir heute in einem freien Land und einem Rechtsstaat leben, in dem keiner mehr wegen seiner Meinung und seiner Kunst um sein Leben bangen muss. In unserer weltoffenen Stadt ist das für uns ein besonders hohes Gut, für das wir Parteien übergreifend zusammen stehen.

Sein Stück „Leonce und Lena“ hatte Büchner übrigens vor 180 Jahren eigentlich für einen Wettbewerb geschrieben. Doch er versäumte den Einsendeschluss und so wurde es erst sechzig Jahre später uraufgeführt. Damit Ihnen, liebe Interessierte, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das nicht passiert, finden Sie auf dieser Website alle nötigen Informationen zum Wettbewerb. Die Jury und ich freuen uns auf Ihre Teilnahme und darauf, Sie bei uns in der Wissenschaftsstadt Darmstadt begrüßen zu dürfen. Bis es soweit ist, wünsche ich Ihnen viele große Bögen Papier gefüllt mit kreativen und gekonnt formulierten Gedanken in lyrischer Form.

Ihr

Jochen Partsch
Oberbürgermeister