Saskia Fischer

Portrait

1971 in Schlema/Sachsen geboren, studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum. 1995 erschienen ihre ersten Gedichte unter dem Titel Latest News in der Edition Biograph Düsseldorf, 1998 folgte der Gedichtband Wenn ich Himmel wär im Grupello Verlag Düsseldorf, wofür sie 1999 den Förderpreis des Landes NRW für junge Künstlerinnen und Künstler erhielt. Nach einem Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin, 2005, übersiedelte sie von Bochum in die Hauptstadt, wo sie derzeit als Redaktionsassistentin für einen Nachrichtensender arbeitet.

Einzelveröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt:

Kavalier. Eine Geschichte von Adelheid Duvanel. in: Federwelt.Nr.
(noch nicht erschienen)

L. – Der Literaturbote. Nr 82/83 Sept. 2006. (3 Gedichte)

Audio auf www.literaturport.de

Blick aus dem Fenster. 60 persönliche Ansichten. (hrsg. v. Alla Pfeffer). Grupello Verlag, Düsseldorf 2006

Small Talk im Holozän (hrsg. v. Jürgen Engler) Schwartzkopff Buchwerke, Berlin 2005
Lyrik von jetzt. 74 Stimmen. (hrsg. v. Jan Wagner u. Björn Kuhligk) Dumont Buchverlag, Köln 2003

Das Klirren in Innern. Literarischer März 13. Lyrik unserer Zeit. (hrsg. v. Fritz Deppert, Christian Döring, Hanne F. Juritz). Brandes & Apsel Verlag, Frankfurt a. Main 2003

 

Gedicht

Erstunken, erlogen

Ein Krampf mit dir, ein Anfallsleiden!
Wir flirten, es flirrt es flackert
Euphorie in den Drähten, das Telefon
ein Prodrom, eine sturzsichre Ankündigung, dann
knickst du weg. Nach dem Nachschlaf
weißt du kein einziges Date mehr, verlierst
deinen rotfadenversponnen Schal, der
uns verwickelte am Gleis, drei Meter lang, wartend.
Aus heckten wir Lausbubennächte voll Streich
und Streichel. Dein Gedächtnis ist eine Strafe.
Kein Gewicht hat, daß auf dir ich lag, wie dein Name
in deinen mich küssenden Mund sich ausrief.
Ich dichte dir nervtötende Krankheiten an
Alkohol, HIV, Hirntumor. Vergessen – die Normalität.
Ein Nichtwissensdurst, eine Kopfstandwelt.
Ich gehe auf Händen an gegen deine Demenz
froh, daß auf der Straße – du kennst mich!
Deine Hand, deine Lippenbewegungen – Hallo
Haski Savanna Soljanka...