geb. 1981 in Berlin, lebt dort. Sie studierte Germanistik und Soziologie an der Technischen Universität Berlin sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.
Sie veröffentlichte in Zeitschriften und Anthologien, u. a. in: Akzente, TEXT+KRITIK, Neue Rundschau, Jahrbuch der Lyrik, Bella triste, Lyrik von jetzt zwei. Sie arbeitet für den Rundfunk, u. a. als Hörspielautorin.
Sie erhielt das Berliner Senatsstipendium (2007), das Förderstipendium der Kulturstiftung Sachsen (2009), das Hermann-Lenz-Stipendium (2010), den Kunstpreis Literatur Berlin-Brandenburg (2010) sowie den Mondseer Lyrikpreis (2010).
Ihr erster Gedichtband „Alle Lichter“, der im Jahr 2010 bei Schöffling & Co. erschien, wurde im Juni desselben Jahres von der Darmstädter Jury zum „Buch des Monats“ gewählt.
du unterliegst im zwiegespräch, nimmermüde lockt die radiostimme.
die nacht gibt auf, ein schwacher schimmer. kommt einer wieder
der gegangen ist? aber der regen hat den zaun hinweggespült ...
den grillanzünder, die gelegenheit, noch einmal ganz von vorne
zu beginnen. der tote ist bei licht besehen an seinen platz zurück
gekehrt: ins morsche dunkel des gebälks. wittert der morgen nicht
die lange reise seines tages? im fensterglas: die stumpfe spiegelung
von leid. ich gehe durch die hölle, keine frage, aber die wacholder
heide, der zarte frühling in mir, bleibt. die trockenmasse, das rezept
der jahre, die ich mit mir hatte, reißt entzwei. ein schlag hat mich
geweckt, das war ich selbst. zerteilt und ausgenommen, blütenweiß.
von tieren war ich angegangen: so sah ich mich vergehen, ohne groll...
den eingekochten schweiß, die greise abgenutzte hand. wer hat mich
hergebracht, wie kehr ich heim? aber die schlehen blühen, aber
die kirschen. ich erkenne gar nichts wieder. es zieht ein hauch
um deine waden, es zeigt sich alles fremd und gleich. nimmermüde
lockt die radiostimme, der tote knistert im verlassenen haus. der regen
hat den zaun geschluckt. ein schwacher schimmer weckt den morgen auf.