Andre Rudolph

Portrait

© Peter
Löffelholz

Geboren 1975 in Warschau als Sohn eines deutschen Vaters und einer polnischen Mutter, aufgewachsen in Leipzig. 1993-1999 Studium der Germanistik, Philosophie und Slawistik in Leipzig und Freiburg. Lebt als Autor und Übersetzer in Leipzig.

Gedichte, Essays und Übersetzungen in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien, u.a. Sinn und Form, Edit, BELLA triste, Intendenzen, Sprache im technischen Zeitalter, Akzente, Ostragehege, Gegenstrophe, Lyrik von Jetzt Zwei, Neubuch, Jahrbuch der Lyrik, DIE ZEIT. – Einzelne Gedichte wurden ins Englische, Polnische und Rumänische übersetzt und vertont.

„Fluglärm über den Palästen unsrer Restinnerlichkeit“. Gedichte. Luxbooks, Wiesbaden 2009. – Rezensionen in FAZ, Welt und im Internet. SWR-Bestenliste März 2010. (In der Endrunde zum Peter-Huchel-Preis 2010.)

Übersetzungen polnischer Lyrik, u.a. Krzysztof Siwczyk (Edition Erata, Leipzig 2007), Tadeusz Dabrowski (Luxbooks, Wiesbaden 2010), Adam Wiedemann (Poesiefestival Berlin 2009).

Finalist beim 15. Open Mike der LiteraturWERKstatt Berlin 2007
Prosanova-Literaturpreis 2008,
Lyrikpreis Meran 2010,
Kranichsteiner Literaturförderpreis 2010 und Preis der Schülerjury

Stipendium des kunstraum sylt:quelle 2010, LCB-Übersetzerstipendium 2010

 

Gedicht

Spinnen

nach zweiunddreißig tagen
habe ich
die spinnen gesehn. sie waren freundlich. wir haben
schals getauscht, und lose, und
das wiedersehn nicht bedauert. wir sind nicht so,
haben wir gesagt, sind wir nicht,

sind wir, und den fotografen erklärt, die
am
spielfeldrand standen, dass wir schals getauscht hätten,
in den landesfarben,

und das licht, und papa und mama,
und dann wurden wir
nochmal eingewechselt, obwohl wir das spiel…
und alles flimmerte,

und als dann der landschaftsbus vorfuhr (v.i.p.),
blieb uns nichts
als einzusteigen und zu fahren,
und die spinnen, und alles löste sich…
auf,
und die spinnen, oh weh.