Schultens, Katharina


geboren 1980 in Kirchen, aufgewachsen in Betzdorf (Rheinland-Pfalz), seit 1999 Studium des Kreativen Schreibens und des Kulturjournalismus in Hildesheim. Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes. August 2001 bis Mai 2002 Studium an der Washington University in St. Louis, dort Forschungsassistenz bei Prof. Paul Michael Lützeler (German Department). September 2003 bis April 2004 Studium an der Università di Bologna, Italien.

Bibliographie:
Lyrik in „Als gäbe es noch Zeit“, Anthologie des Treffens Junger Autoren (1998)
Lyrik in „Dienstag, 18:00 Uhr“, Anthologie im Eric van der Wal Verlag (2002)
Lyrik und Übersetzungen in „Büchner“ (Juli 2002)
Lyrik in „In naher Ferne. Jahrbuch für Literatur 10“, Brandes & Apsel (2003),

Anthologie
Lyrik in „Kritische Ausgabe“ (1/2004), Texte online unter:
www.kritische-ausgabe.de/hefte/stadt/stadtschultens.pdf
Der eigene Lyrikband „Aufbrüche. Gedichte“ ist mit einem Nachwort von Arnold Stadler im Rhein-Mosel-Verlag erschienen (2004).

Gedicht


Hanglage

es fällt kein Licht ins Haus sagt
Mutter Lärchen Kiefern Kirschgesträuch
stehn westwärts & im Süden eine
rote Wand wie soll ich hier nach Farben
suchen wie soll ich hier nachsehen
was wird auf meiner Leinwand? nein

sagt Mutter ich hab längst
den Förster angerufen doch
die Wurzeln gehen tief sie halten Erde Lehm
& Schieferbruch auf daß
es nicht den Fluß versiegelt nicht
die Landstraße zuschlägt nein

auch das Haus steht ja
auf diesen Wurzeln Lehm & Schiefer-
bruch sein Schieferdach
ist eine Spiegelung all dessen das
darunter ruht (Mutter
jetzt warte mal das umgekehrte
kopfstehende das Schloß im Lehm wer
träumte wohl davon?)

... nein einen Erdrutsch wollen wir nicht
Mutter riskieren auch nicht für die Farbe
einer Welt sag ich es fällt
kein Licht ins Haus vielleicht
gäb es nicht viel zu sehen vor
lauter Baumstümpfen an einem kahl
geschlagnen Hang lief dir die Farbe
in den Fluß davon