Seit 44 Jahren, seit 1968, gibt es ihn nun schon: Den Darmstädter Literarischen März. Ihm entsprang der Leonce-und-Lena-Preis, der seit 1979 verliehen wird. Ohne die Privatinitiative Wolfgang Weyrauchs, wäre der Literarische März wohl kaum geworden, was er heute ist: Forum eines der renommiertesten Lyrikpreise in Deutschland. Der Leonce-und-Lena-Preis gilt heute als der bedeutendste Preis für junge Autorinnen und Autoren auf dem Gebiet der Lyrik im deutschsprachigen Raum.
Gerade in diesem Jahr – dem Beginn der Georg-Büchner-Gedenkjahre 2012/13 – sei eingedenk des 175jährigen Todestags unseres großen Dichters, an den Namensgeber des Leonce-und-Lena-Preises erinnert. Erich Kästner hat Büchners als Lustspiel getarnte Polit-Satire „Leonce und Lena“ nicht umsonst zu den sechs wichtigsten, ebenso hintersinnigen wie klassischen Komödien deutscher Sprache gezählt.
Was 1968 mit dem Preisträger Wolf Wondratschek begann, hat sich über die Jahrzehnte hinweg zum kleinen Darmstädter Mekka der deutschsprachigen Lyrik entwickelt. Der Literarische März firmiert inzwischen alle zwei Jahre wieder als ein Katalysator der bundesdeutschen Lyrik-Talente unter 35 Jahren. Nachwuchsförderung wird hier großgeschrieben. Die bisherigen Preisträger lesen sich denn auch wie das Who is Who der bundesdeutschen Lyrikszene: Namen wie Ludwig Fels, Ulla Hahn, Jan Koneffke, Kurt Drawert, Kathrin Schmidt, Raoul Schrott oder Ron Winkler…Die Liste ist beeindruckend. Die Stadt hat Wolfgang Weyrauchs Idee weiterentwickelt: Heute ist der Leonce-und-Lena-Preis Deutschlands herausragende Würdigung für Lyrik-Nachwuchstalente. Seit 1997 tragen zudem die Förderpreise den Namen des Gründervaters Wolfgang Weyrauch (1904-1980), der selbst ein bedeutender Schriftsteller, Hörspielautor und Mitglied der „Gruppe 47“ war.

Jochen Partsch
Oberbürgermeister