2005 – Jörg Matheis

Matheis, Jörg

geboren 1970 in Altenglan / Pfalz lebt in Ingelheim am Rhein und arbeitet seit Beendigung des Studiums (Germanistik, Philosophie, Politikwissenschaften) im Kommunikationsbereich einer Bank.

Gedicht

AUS DIESER WINDIGEN HAUT

brechen im Schlaf die Flüsse singen
die Aale ihr rasches Lied über die
Strudel in ihren Leibern Lock-
düfte für die dunkle Jagd für ein
Backfischloch schmal feucht münden
die mäusigen Zähne an Schuppen an-
gespülter Schleihen nachbarlich mit
den Ratten wie die mit Wasserfüßen
paddeln daß es schmatzt im Schlamm

der Mond darüber gillert schmallippig
durchs Frühjahrszweigen ein Lachen
das klopft schummrig an den Fenster-
läden, dann an den Erlenholzaugen
vorne am Doppelbett: hier verliert ihr
jetzt alle nochmals euer Geld versoffen
verspielt verhurt die Münztüten der
Nagelschmiede verloren die silberne
Mundharmonika, Großvater, deine
Spucke ausgeklopft auf der Bundfalte
Grat über der Kniescheibe: damals ihr
glatter Bruch auf verharschtem Weg
an der Wolfskaut die Tannennadel-
steppe Hunderte feiner Stiche wie
Spitzenbordüren aus Ameisenpisse

Auszeichnungen / Förderungen

  • Weitere Erzählungen wurden zuvor gewürdigt
    - durch den Förderpreis zum Georg K. Glaser-Preis des Ministeriums für Kultur
    Rheinland-Pfalz und des Südwestfunks Mainz
    - den Martha Saalfeld-Preis des Ministeriums für Kultur Rheinland-Pfalz
    - und den Förderpreis des Eifel Literatur Festivals.

  • Nominierungen für
    - den 7. Open Mike-Wettbewerb der literaturwerkstatt berlin 1999
    - den Ingeborg-Bachmann-Preis der Klagenfurter Literaturtage 2002
    - und aktuell für den Leonce-und-Lena-Preis bzw. einen Wolfgang-Weyrauch-
    Förderpreis des Literarischen März, Darmstadt.

2003

  • Debüt mit Erzählungen „Mono“ bei C.H. Beck.

    Das Buch wurde ausgezeichnet mit
    - dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis
    - einem Hermann-Lenz-Stipendium
    - und dem Sonderpreis der Jury „Buch des Jahres Rheinland-Pfalz“.

Veröffentlichungen / Publikationen

2003

  • 2003 erschien das Debüt mit Erzählungen „Mono“ bei C.H. Beck.