2005 – Renatus Deckert

Deckert, Renatus

geboren 1977 in Dresden, lebt in Berlin. Studium der Literatur und Philosophie in Hamburg, Berlin und Paris.

Gedicht

ABGANG

Das war der Dreh: durch Wand und Knochen
das Schlagen der Tür,
im Rücken die Nacht, zerhackt von scharfen Schritten
treppab.
Und du am Fenster,
fröstelnd,
kehrst den Blick gegen die braunen Schindeln
unter dem Rauch:
eine Elster, den Morgenwind kalt
im Gefieder,
schleppt sich in kurzen Sprüngen die Dachrinne
fort.
Schiebt den Kopf vor, äugt nach unten
und schleppt sich weiter
bis an die Kante.
Ihr rohes Kreischen, und alles dreht sich von neuem:
das Kratzen des Schlüssels, die Tür
in den Angeln,
das kalte Laken wie zerschnitten.
Zwischen den Falten der rote Abriß vom letzten
Film.

Veröffentlichungen / Publikationen

  • Herausgeber der Literaturzeitschrift „Lose Blätter“, Berlin (gemeinsam mit Birger Dölling), http://www.lose-blaetter.de

  • Veröffentlichung von Essays, Prosa, Übersetzungen aus dem Französischen und Gesprächen über Lyrik u.a. in: Merkur, Sinn und Form, Neue Deutsche Literatur, Freitag.

2004

  • Der Nachgeborene auf dem Barockwrack. Durs Grünbein über Dresden, in: Sinn und Form 2/ 2004.
  • Auf eine im Feuer versunkene Stadt. Heinz Czechowski und die Debatte über den Luftkrieg, in: Merkur 3/ 2004.
  • Die innerste Zelle. Die Kasernenwelt der DDR wartet auf einen Erzähler, in: Merkur 12/ 2004.

2003

  • Publikation von Lyrik u.a. in:
    Sinn und Form, Neue Deutsche Literatur, Das Gedicht sowie in der Anthologie „Lyrik von Jetzt“, herausgegeben von Björn Kuhligk und Jan Wagner (DuMont 2003).