Preisverleihung

Der Leonce-und-Lena-Preis 2017 geht an Andra Schwarz

Die Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise 2017 gehen an Jan Skudlarek und Christoph Szalay

Preisverleihung 01

von links: Oberbürgermeister Jochen Partsch mit Andra Schwarz, der Gewinnerin des Leonce-und-Lena-Preises, sowie Christoph Szalay und Jan Skudlarek, die mit den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreisen ausgezeichnet wurden
©Jürgen Hartmann

Begründungen der Jury

Leonce-und-Lena-Preis für Andra Schwarz

Andra Schwarz 01

©Jürgen Hartmann

Der Leonce-und-Lena-Preis 2017 der Stadt Darmstadt wird vergeben für einen Gedichtzyklus, dem es gelingt, von einem zentralen menschlichen und alten poetischen Thema mit großer Eindringlichkeit und Dynamik zu sprechen, der Helligkeit ins Dunkle bringt und dabei Dunkelheit verdichtet, der anrührt, indem er das Subjekt als ich, du und Kind, als undurchschaubare Energie, aggressiv und verletzlich, als Atem, verflüchtigt und doch gefunden, als Sprung, Soldaten, Chimäre und suchende Figur in den Schlingen von Zeit und Sprache zeigt, oszillierend zwischen Schlaf und Gewehr, Gehirn und Spatz: „eine kleine helle im system ein funken“ – der Leonce- und Lena-Preis 2017 geht an Andra Schwarz für Gespinste aus Luft.

Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis für Jan Skudlarek

Jan Skudlarek 01

©Jürgen Hartmann

Den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis verleiht die Stadt Darmstadt für Gedichte von zeitdiagnostischer Schärfe. Bewegungen der Entwirklichung und Sinnentleerung werden in Bildern von überraschender Komik vorgeführt und konterkariert. Onirische Zierfische mutieren mit Hilfe einer raffinierten Sprachmechanik zu Helden des Alltags. In einer Welt, in der eine Illusion die andere ablöst, wird das Gedicht zum Gotteswitz – der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2017 geht an Jan Skudlarek.

Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis für Christoph Szalay

Christoph Szalay 02

©Jürgen Hartmann

Der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis wird verliehen für einen Gedichtzyklus, der zum prekären Ort Heimat führt, die als historische Heimsuchung erfahren wird. Die Gegend, die einmal Heimat war, ist hier kontaminiert mit den Schrecken der Geschichte. Die lyrische Fließbewegung des Zyklus führt auch romantische Stoffe mit sich wie Wilhelm Müllers Winterreise und ihre Grunderfahrung der Fremdheit: „Fremd bin ich eingezogen, / Fremd zieh' ich wieder aus“. Der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis 2017 geht an Christoph Szalay für seinen Zyklus Reisig an den Sohlen.